Green Screen – wie funktioniert eigentlich ein Green Screen?

 

Wenn wir uns Filme ansehen, sehen wir oft Charaktere, die von beeindruckenden Landschaften umgeben sind, die es in der realen Welt einfach nicht gibt. Schauspieler fliegen, kämpfen mit Monstern, springen von Gebäuden aus dem 10. Stock oder reiten auf dem Rücken von Drachen. Manchmal findet die Handlung an einem bestimmten Ort statt oder man springt in der Zeit und zeigt die Handlung 200 Jahre früher oder später.
Haben Sie sich jemals gefragt, wie die Filmemacher solche Aufnahmen filmen? Wir möchten Sie in diesem Artikel etwas in das Geheimnis einweihen.

 

Chroma-Keying-Technik

Alle Spezialeffekte entstehen mit Hilfe von Kulissen aus grünem Stoff oder grüner Farbe und einem Verfahren namens Chroma Keying. Mit diesem Begriff wird der Prozess des Entfernens (Keying) des grünen Hintergrundes in der Nachbearbeitung mit einer Videobearbeitungssoftware bezeichnet. Wenn der grüne Bildschirmhintergrund „gekeyed“ wurde, ist er völlig transparent. So können Medientechniker diese Hintergründe ganz einfach durch so ziemlich alles ersetzen – von animierten Wetterkarten bis hin zur Ansicht einer antiken Stadt. Es ist die eigentliche Technik des Übereinanderlegens oder Zusammensetzens zweier Bilder auf der Basis von Farbtönen. Jede Farbe hat einen Chroma-Bereich, woher der Name rührt.

 

Greenscreen-post-produktion

 

Bei den Meteorologen wird in der Regel eine Wetterkarte platziert, aber es kann jedes Bild in den Hintergrund eingesetzt werden. Wenn die Zuschauer auf ihren Fernsehbildschirmen Wetterkarten betrachten, ist eigentlich nur ein grüner Hintergrund hinter dem Moderator zu sehen. Die Karten werden von den Produzenten im Computer erstellt. Nachrichten und Fernsehsendungen werden auf ähnliche Weise produziert.

Greenscreen studio

 

Chroma Keying ist nicht nur für Hintergründe geeignet, sondern funktioniert auch genauso gut bei Objekten. Aufwändig animierte Charaktere wie Drachen in „Game of Thrones“ haben oft hellgrüne Doubles, die die Schauspieler in den Händen halten und mit denen sie interagieren, die aber beim Filmschnitt durch das vollständig gerenderte Fabeltier ersetzt werden. Dies ist eine der üblichsten Arten, ein Motiv in ein Video zu integrieren. Anstatt jedes visuelle Element in einen eigenen Rahmen zu setzen (à la Bild-im-Bild-Verfahren) können die Elemente mit Hilfe des Green Screen überblendet werden. Richtig gemacht, würde niemand vermuten, dass es sich um zwei getrennte Videostreams handelt.

 

Warum aber die grüne Farbe??

Sie haben sich vielleicht schon oft gefragt, ob Bildschirme oder Hintergründe grün sein müssen, damit Chromakeying überhaupt funktioniert. Die Antwort ist nein. In der Tat verwenden viele Filmemacher Blue Screens. Der Green Screen ist jedoch die bekannteste und beliebteste Option. Aber warum eigentlich?
Die Antwort liegt in dem Konzept des Kontrastes. Der verwendete Screen muss sich von den Schauspielern, die gefilmt werden, deutlich unterscheiden – einen Kontrast zu den Schauspielern darstellen. Der Green Screen entspricht keinem natürlichen Haut-Ton und keiner Haarfarbe, sodass er leicht zu entfernen ist, ohne Teile der Person im Vordergrund zu erfassen. Außerdem benötigt Grün weniger Licht für die richtige Beleuchtung und schließlich taucht es am seltensten bei Kleidung und Requisiten auf. Natürlich werden nach wie vor blaue Hintergründe, die sogenannte Blue Box weiterhin verwendet, zum Beispiel wenn der Protagonist des Films ein grünes Monster ist oder wenn die Elemente in der jeweiligen Szene ebenfalls grüne Pflanzen sind.
Die Person, die an der Aufnahme auf einem grünen Hintergrund teilnimmt, kann keine Kleidung oder Requisiten in einer ähnlichen Farbe haben, da diese schließlich durch ein alternatives Bild ersetzt werden. Bei der Arbeit auf einem grünen Bildschirm ist es auch wichtig, eine Beleuchtung zu verwenden, die gleichmäßig auf den Hintergrund und die entsprechende Positionierung der aufgenommenen Figur fallen muss. Schließlich wollen wir nicht, dass die Figur einen Schatten auf den Hintergrund wirft, da dies beim Ausschneiden und Einfügen des Hintergrundbildes zu großen Schwierigkeiten führen kann.

 

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten von Green Screens bis heute

Die Geschichte der Green Screen-Technologie reicht bis in die 30er Jahre zurück. Die Technologie, die in erster Linie für Hollywood-Blockbuster reserviert war, wird heute im Videomarketing, bei Live-Events, Webinaren und Werbespots eingesetzt.

Virtuelle Veranstaltungen werden immer beliebter und das Publikum erwartet, dass auch die Qualität immer besser wird. Wenn wir ihre Erwartungen erfüllen wollen, sind Green Screen und virtuelle Kulissen die Lösung, die es ermöglicht, ein Online-Event auf einem völlig neuen Niveau zu gestalten. Videos, Events oder Streams, die mit der Keying-Technik erstellt wurden, sind ein großartiges Material zur Veröffentlichung auf jedem Kanal, einschließlich You Tube. Durch die Verwendung von einem Green Screen können wir interaktive Elemente zu jeder Veranstaltung hinzufügen, die das Publikum nicht langweilen werden. Eine Präsentation mit animierten Statistiken oder Diagrammen, Umfragen, Quiz oder die Möglichkeit, Fragen zu stellen und live Antworten zu erhalten, ermöglicht es den Teilnehmern, aktiv an der Veranstaltung teilzunehmen und nicht nur passiv zuzuschauen.

In Anbetracht der aktuellen Arbeitsbedingungen der meisten Menschen während der globalen Pandemie, ist es eine sichere Wette, dass Sie schon ein oder zwei Zoom-Meetings mit Kollegen oder gar Kunden hatten, die einen coolen virtuellen Hintergrund verwendet haben. Green Screen ist eigentlich das gleiche Konzept, liefert aber in der Regel ein professionelleres Ergebnis.

 

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Green Screen Virtual Studio from Jamie Bhalla on Vimeo.

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